Skiatlas Valmeinier
Selbst Skifahrern, die schon weit herumgekommen sind, ist Valmeinier-Valloire nicht unbedingt ein Begriff. Und das, obwohl die beiden Skistationen es zusammen auf stolze 150 km Piste bringen. Die abwechslungsreiche Drei-Täler-Skischaukel ist eine kleine Ausgabe der berühmten Trois Vallées und punktet mit weiten Pisten bis auf 2594 m, Tiefschneehängen und Snowparks.
Valmeinier - Noch nie gehört, wo liegt denn das? Selbst besessene Skifahrer, die schon überall waren, schütteln bei diesem Namen erst einmal den Kopf. Und das, obwohl Valmeinier zusammen mit Valloire im Nachbartal auf stolze 150 km Pisten blicken kann. Eine beachtliche Größe im Vergleich zu Österreich oder gar Deutschland, für Frankreich dagegen nur Mittelmaß. Valmeinier liegt quasi im Schatten der Drei Täler, durch das tief eingeschnittene Arctal getrennt, in der Maurienne. Dass die Berge über Valmeinier geradezu perfekt für den Skilauf sind, wurde schon früh erkannt. Ursprünglich hätte hier Courchevel gegründet werden sollen, doch die Einwohner sprachen sich dagegen so aus. So kam es, dass 1946 Courchevel etwas weiter nördlich gebaut wurde und den Grundstein für die Skiarena 'les trois vallées' legte. Erst 1986 wurden einige der weiten und baumlosen Hänge über dem alten, auf 1500 m Höhe gelegenen Bergdorf Valmeinier erschlossen. Aus den Bausünden anderer Skiorte in Frankreich hat man gelernt und die Retortenstation Valmeinier 1800 ab 1987 entsprechend behutsam in die Landschaft gestellt. Hufeisenförmig wurden einige Appartementhäuser um die Talstation der beiden Sesselbahnen gruppiert - Valmeinier ist ein Ort der kurzen Wege. Doch richtig bergauf ging es mit dem Wintertourismus erst 1998, nachdem Pierre&Vacances, der größte europäische Anbieter von Ferienwohnungen, in Valmeinier investierte. Mit dem Lift- und Pistenanschluss an das Skigebiet des hübschen 1300-Einwohner-Ort Valloire hat sich so eine beachtliche Skischaukel entwickelt.
Pisten
Scheinbar endlose Schneehänge breiten sich über Valmeinier bis zum höchsten Punkt des Skigebietes, dem Gros Crey (2594 m), aus und laden zum genussvollen Carven ein. Ein unbedingtes Muss ist die 'génépi' hinunter nach Valmeinier 1500, von der man einen phantastischen Tiefblick ins Arctal genießt. Dort angekommen, wechselt man mit einer eigenartigen Gondelbahn (die Gondeln schauen aus wie hängende Abfalleimer) die Talseite und erreicht über den Kamm des Crey du Quart das Pistenareal von Valloire. Die weitläufigen, leicht kupierten Westhänge des bis zum Grand Plateau ziehenden Bergrückens garantieren ungetrübten Abfahrtsspaß mit überwiegend leichten bis mittelschweren Pisten, während die Ostseite tolle Tiefschneemöglichkeiten bereithält. Keinesfalls übersehen sollte man die aussichtsreiche Piste 'praz violette', eine mittelschwere Genussabfahrt mit Traumausblick. Mit 12 km ist die leichte Abfahrt 'selles' die längste im Skigebiet, bei einem Höhenunterschied von 1050 m allerdings auch recht flach. Größter Pluspunkt ist die landschaftlich großartig gelegene Einkehr am Pistenrand. La Setaz heißt der dritte, von drei Seiten erschlossene Berg der Skischaukel. Neben den teils rasanten Waldschneisen ins Tal nach Valloire sind vor allem die schwarze Piste 'cascade' sowie die ebenfalls sehr anspruchsvolle Abfahrt 'olympique' skifahrerische Leckerbissen. Um wieder zurück nach Valmeinier zu kommen, wählt man am besten die blaue Piste 'combe orsiere', die am Rücken des Grand Plateau beginnt - oder die neue schwarze Pistenvariante 'cotérieux'. Neben den großzügigen Tiefschneehängen finden Snowboarder mit dem riesigen Snowpark am Crey du Quart einen weiteren Spielplatz. Der 'Snowpark du Lac de la Vielle', für den es ein eigenes, vergünstigtes Ticket gibt, verläuft parallel zum 'Château Ripaille'-Lift und bietet mehrere Zonen in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, einen Skicross sowie eine Halfpipe und wird täglich von vier Leuten gepflegt. Auf den Geschmack kommt man auch in den zahlreichen Hütten. Die überzeugen hier durch Qualität und Gastfreundlichkeit, nicht durch Größe. Franzosen sind halt doch echte Feinschmecker und deswegen gibt es im Skigebiet statt Erbsensuppe mit Würstl leckeren Lammeintopf und dazu einen Rotwein. Was die savoyische Küche sonst noch für Spezialitäten kennt, zeigt sich beim Abendessen. In den kleinen und gemütlichen Restaurants wie im 'La Glisse' oder 'Lestaminet' gibt es Käsefondue oder Fleisch vom heißen Stein, als Nachspeise vorzügliche Käse und beste Weine aus dem Savoien wie dem Apremont.
Loipen
Oberhalb von Valloire beginnt eine schöne Loipe, die durch ein leicht ansteigendes Tal zum kleinen Flughafen führt. Einige Höhenmeter sind auch auf der Höhenloipe bei der Sesselbahn Pre Rond zu bewältigen, die hoch über Valloire die Hänge des Trois Croix überquert.
Quelle: www.adac-skiguide.de